12. Januar 2022, von Dominique Schroller

Ingrid Klimke: Wie vielseitige Ausbildung gelingt

Der Vielseitigkeits-Olympiasiegerin ist Abwechslung auch im täglichen Training besonders wichtig. Warum auch Dressurpferde springen und ins Gelände gehen sollten, verrät sie in ihren exklusiven Trainings-Tipps.

© Equitana
Mit einem exklusiven Ausbildungsabend gibt Ingrid Klimke auf der Equitana Einblicke in ihren Trainingsalltag. Vorab ist sie im Podcast zu Gast. 

Ingrid Klimke hat nicht nur viel von ihrem Vater gelernt, sie hat vor allem ihren eigenen Weg gefunden, junge Pferde gefühlvoll auszubilden und mit ihnen im Spitzensport erfolgreich zu sein. Mit ihrer nachhaltigen Philosophie und ihrem fairen Umgang mit dem Partner Pferd, ist sie für viele Reiter ein Vorbild. Ihr Wissen gibt Ingrid Klimke beim Equitana-Ausbildungsabend am 11. April um 20 Uhr weiter. In unserem Podcast gibt sie vorab einige wichtige Hinweise, wie jeder ein Stück ihres Erfolgskonzeptes mit seinem eigenen Pferd umsetzen kann. 

Mit Geduld

Ausbildung ist ein Prozess, der Zeit braucht. Entscheidend sind Geduld, innere Ruhe und ein klares Konzept. Der Reiter sollte sich vorher genau überlegen, was genau er wann, warum und wie umsetzt. Nur dann hat das Pferd auch die Chance, ihn zu verstehen. 

Klare Linie

Regeln müssen unter dem Sattel ebenso gelten, wie im Stall. Wenn das Pferd im Viereck oder bei der Grußaufstellung im Parcours ruhig stehen soll, dann sollte der Reiter das auch auf der Stallgasse einfordern. 

Ziel fokussieren

Langfristig sollte die Ausbildung dazu führen, dass das Pferd motiviert ist, mitdenkt und bereitwillig mitarbeitet. Das Training sollte es körperlich kräftigen, aber auch mental selbstbewusster machen. Das Pferd sollte aus dem Gefühl heraus, es schaffen zu können, auch einmal etwas ausprobieren dürfen. 

Verständlich erklären

Der Reiter sollte sich stets überlegen, wie er eine neue Aufgabe so erklärt, dass sie das Pferd versteht. Gleichzeitig sollte der neue Lernstoff das Pferd neugierig machen und motivieren und zum mitdenken anregen. Statt ständiger Wiederholung ist auch hier Abwechslung gefragt: Die fliegenden Wechsel beispielsweise mal im Viereck, mal über Cavaletti üben, dann mal etwas ganz anderes machen, bevor der Reiter das Gelernte spielerisch abruft. 

© Equitana
Ingrid Klimke und Equitanas Firlefranz

© Equitana
Ingrid Klinke und Equitanas Firlefranz beim Geländetraining.

Viel loben

Richtige Ansätze mit einer Pause und entsprechendem Lob belohnen - auch wenn die Lektion noch nicht perfekt war. In diesem Fall gilt: der Wille zählt. Wenn es nicht beim ersten Versuch gelingt, mit Ruhe weiter üben. 

Vertrauen schenken

Wenn der Reiter dem Pferd sein Vertrauen schenkt, bekommt er das auch entsprechend zurück. 

Abwechslungsreich trainieren

Damit gerade junge viele unterschiedliche Erfahrungen machen, ist eine vielseitige Ausbildung entscheidend. Auch Dressurpferde brauchen mal einen Galopp durch den Wald oder sollten mal kleine Hindernisse überwinden. Doch auch bei älteren Pferden sollte die Abwechslung nicht auf der Strecke bleiben: Training an der Longe, Ausritte als Auszeit, Cavaletti-Arbeit, Training vom Boden  aus oder ein Spaßtag mit Pad und Halsring sollten regelmäßig zum Programm gehören. 

Cavaletti integrieren

Die kleinen Hindernisse erhöhen die Aufmerksamkeit und gymnastizieren den Pferdekörper. Schritt-Cavaletti lassen sich sich gut beim Aufwärmen auch am hingegebenen Zügel sowie in der Pause zwischen Lösungs- und Arbeitsphase nutzen. Trab- und Galopp-Cavaletti auf gerader Linie verbessern, Rhythmus, Balance, Körpergefühl und verbessern das dynamische Abfußen. Auf gebogener Linie unterstützen sie Stellungs- und Biegung. Im Sprinttraining lassen sich damit Wendungen, Distanzen oder das Zählen von Galoppsprüngen besonders pferdeschonend üben. 

 

Karten für den Ausbildungsabend mit Ingrid Klimke am 11. April um 20 Uhr sind ab 33 Euro im Ticketshop erhältlich.